Kommentare zur Antwort des Magisters der Dominikaner  
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N.N.
11/2/08

Aufruf zum Kommentar
(unter Verantwortung von Kerk Hardop)

Die niederländischen Dominikaner haben eine Broschüre veröffentlicht über Kirche und Amt. Der Weg zu einer Kirche mit Zukunft, und sie an alle Pfarreien in den Niederlanden verteilt als “Beitrag zu eienr erneuerten und vertieften Auseinandersetzung” über Kirche und Amt.

Der Magister des Dominikanerordens in Rom hat sein Nichteinverständnis mit den vorgebrachten Argumenten und der Vorgehensweise kundgetan und jetzt, Januar 2008, beauftragt seine Antwort ebenfalls an alle niederländischen Pfarreien zu verschicken.  Er hat sich bereit erklärt, alle Reaktionen auf seine Antwort anzunehmen, auch die welche nicht – ganz – damit einstimmen.

Da die Broschüre der niederländischen Dominikaner eine internationale Verteilung über Internet erfahren hat, möchte diese niederländische Webseite rk-kerkplein.org ebenfalls die Antwort des Magisters international verteilen. Es ist unsere Überzeugung, dass die Auseinandersetzung mit zwei so wichtigen Themen wie Kirche und Amt vom ganzen Kirchenvolk geführt werden sollte.

Daher laden wir ausdrücklich jede und jeden ein, der oder die diesen Aufruf liest:

  • Die Broschüre und die Antwort darauf zur Kenntnis zu nehmen,
  • Allein oder zusammen mit anderen in einer Gruppe in der eigenen Muttersprache zu kommentieren,
  • Die Kommentare an den Magister des Dominikanerordens zu schicken (email: [email protected]) mit einer Kopie an das Provinzialat des Niederländischen Dominikaner (email: [email protected]) und an diese Webseite (email: [email protected]).

Darüber hinaus bitten wir, diesen Aufruf an alle Personen und Listen zu erteilen, die sich für die Zukunft der Kirche interessieren. Für weitere Auskünfte wenden Sie sich bitte an: [email protected].

Die Redaction von www.rk-kerkplein.org
Die Webseite rk-kerkplein.org will der öffentlichen Auseinandersetzung emanzipierter Katholikinnen und Katholiken eine Stimme geben, die sich im Geiste des Zweiten Vatikanischen Konzils für die ständige Erneuerung ihrer Kirche einsetzen, deren vollgültige Mitglieder sie sind.

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Kommentare zur Antwort des Magisters der Dominikaner
(Üben nach Kommentare in anderen Sprachen)

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27 Mai 2008
Die von dem Papier „Kirche und Amt“ der niederländischen Dominikaner angesprochenen pastoralen Fragen sind und werden angesichts des immer dramatischeren Priestermangels auch in den deutschen Bistümern virulent. Mit einem breiten Themenangebot im Geist des Konzils und der darauf aufbauenden Theologie und pastoralen Praxis hat sich Wir sind Kirche deshalb auf diesem Katholikentag gegen zunehmende Resignation, Ausgrenzungen und Klerikalisierung in der katholischen Kirche gewandt. (Aus: Resolutionen zum "Pastoralen Zukunftsgespräch" und für wiederverheiratete Geschiedene, Pressemitteilung Wir sind Kirche, Osnabrück/München, 25. Mai 2008)

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17 März 2008
Sehr geehrter Herr Magister des Dominikanerordens,

so wie viele andere in meinem Land habe ich die Studie der Niederländischen Dominikaner und die Reaktion darauf mit größter Aufmerksamkeit verfolgt. Ich erlaube mir, Ihnen als engagierter Katholik dazu meinen Standpunkt mitzuteilen, von dem ich weiß, dass er von zahlreichen Gläubigen geteilt wird.

Wir alle wissen, dass Kirche die unersetzliche Aufgabe hat, dem Glauben Gestalt und Ordnung zu geben. Die Dienste müssen Regeln vermitteln und auf deren Einhaltung achten. Wenn ich hier das Wort "Dienste" verwende, kann es allein dem Anliegen Jesu entsprechen. Wie Sie ja sicher sehr genau wissen, hat der Herr nicht von "Ämtern" gesprochen und ausdrücklich betont, dass jede unterdrückende Machtausübung in seiner Gemeinschaft keinen Platz hat.

Was heute in unserer Kirche gilt, ist zu einem großen Teil Produkt einer Vergangenheit im Bündnis mit der weltlichen Macht. Den Auffassungen und Notwendigkeiten früherer Zeiten entsprechend wurde ein System errichtet, das ein "Haus voll Glorie" sein sollte, aber allzu oft ins Autoritäre geriet. Zwar ist im Kirchenrecht noch immer vom "Sensus fidelium" die Rede, aber nach den Vorstellungen Roms gilt nur das, was der Papst in seiner "Machtfülle" entscheidet. Genau genommen hat sich eine unbiblische Papstdiktatur etabliert. Wenn den Priestern - noch immer, eigentlich schon wieder! - vorgeschrieben wird, nicht nur auf Ehe und Familie zu verzichten, sondern auch "Gehorsam des Verstandes" zu üben, zeigt sich, wie sehr sich die Kirche von dem entfernt hat, was Jesus wollte. So werden geistliche Berufungen verhindert und da hilft kein Gebet um Arbeiter im Weinberg des Herren

Diese werden immer seltener, was angesichts der herrschenden Verhältnisse kein Wunder ist. Es ist daher nicht nur nahe liegend, sondern sehr notwendig, sich auf das zu besinnen, was Paulus seinen Gemeinden (1 Kor 1,6-7), mitteilt: dass ihnen durch das gefestigte Zeugnis über Christus „keine Gabe fehlt, die der Geist Gottes schenkt". Lange, bevor dass Priestertum in der Kirche eingeführt wurde, feierte die junge und vom Heiligen Geist erfüllte Christenheit das Herrenmahl und Jesus war, wie er ja ausdrücklich zusagte, "mitten unter ihnen".

Wenn das mit dem Bewusstsein unserer Zeit nicht mehr in Übereinstimmung zu bringende klerikale System kein lebendiges Glaubensleben mehr in den Gemeinden ermöglicht, müssen neue Wege beschritten werden - in Übereinstimmung mit dem Wollen Jesu. Die Niederländischen Dominikaner haben das auf sehr treffende und auch verantwortungsvolle Weise zum Ausdruck gebracht. Es gebührt ihnen dafür uneingeschränkt Dank und Anerkennung. So gibt es doch Zeichen der Hoffnung in unserer Kirche - Gott sei Dank!

Mit freundlichen Grüßen
Herbert Kohlmaier, Wien, Östenreich

PS: Falls sie es noch nicht kennen, empfehle ich Ihnen wärmstens die Lektüre des Buches, das der Wiener Weihbischof Helmut Krätzl neulich veröffentlichte: "Eine Kirche, die Zukunft hat" - Styria Verlag 2007.

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11 März 2008
Sehr geehrter Herr Magister des Dominikanerordens !

Als gläubige und interessierte Katholikin verfolge ich mit großer Sorge seit Jahren die beängstigende Entwicklung in den Strukturen unserer Kirche.

Unsere eigene Pfarrgemeinde war bisher aufgrund der Anwesenheit und des engagierten Wirkens unserer Seelsorger eine durchaus lebendige Gemeinde.

Seit Jahresbeginn werden wir immer öfter durch Wortgottesdienste und gelegentliche „Aushilfspfarrer“ versorgt.

Obwohl sich unsere Diakone sehr bemühen, werden die Wortgottesdienste nicht wie eine Eucharistiefeier angenommen. Das kann auf die Dauer nur zu einer Verflachung des Engagements aller Beteiligten führen.

Ähnliche Erfahrungen werden mir auch aus meinem Bekanntenkreis in anderen Pfarrgemeinden berichtet.

Ich schließe  mich daher vollinhaltlich dem an Sie gerichteten Schreiben des Kirchenvolksbegehrens „Wir sind Kirche“ vom 20.Feber 2008 an und ersuche Sie ebenso nachdrücklich, sich den Entwicklungen unserer Zeit nicht zu verschließen.

Mit freundlichen Grüßen,
Elisabeth Purner, A-6063 Rum, Birkengasse 3

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10 März 2008
Stellungnahme
zum Dokument der holländischen Dominikaner „Kirche und Amt“

Das holländische Dokument habe ich aufmerksam gelesen und gebe eine vorläufige Antwort.

1. Das Argument, das öfters wiederholt wird, dass nämlich die Gemeinden der Urkirche ihre Verantwortlichen „gewählt“ haben, ist nicht bewiesen; im Gegenteil, man kann aus den biblischen Daten entnehmen, dass sie durch die Apostel ernannt, vom Heiligen Geist bezeichnet, von den Verantwortlichen auf der höheren Ebene eingesetzt wurden.

2. Dazu einige Texte des Neuen Testaments:

a) „Wer ist denn der treue und kluge Knecht, den der Herr eingesetzt hat, damit er dem Gesinde zur rechten Zeit gibt, was sie zu essen brauchen?“ (Mt 24,45). In einem Gleichnis – das ist die ipsissima vox Jesu – spricht Jesus davon, dass er Knechte „eingesetzt“ (constituit, katéstesen) hat über sein Gesinde (super familiam suam, epì tes oiketeías autoû), um ihnen die notwendige Nahrung zu geben. Also gibt es Diener, die von Jesus, dem Herrn, „von oben“ eingesetzt wurden, was auch jetzt gilt, da er zum Himmel zurückgekehrt ist.

b) „Jesus ... rief die zu sich, die er wollte, und sie kamen zu ihm. Und er setzte zwölf ein...“ (Mk 3,14fparr). Das Amt in seiner Ursprungsgestalt (das Apostelamt) leitet sich also aus dem Willen und der Berufung Jesu her. Alle anderen Ämter sind aus diesem Hauptamt der Apostel hervorgegangen, siehe weiter unten c)-e).

c) So z.B. die Ersetzung des Apostels Judas durch Matthias Apg 1,12-26: Die Initiative zur Wahl des Matthias geht von Petrus aus, und selbst wenn es nicht klar ist, ob „éstesan“, sie stellten auf als Kandidaten, eine Handlung der Apostel oder eine der Gemeinde der 120 meint (immerhin war die ganze Gemeinde beteiligt), so wird die Wahl doch durch Gebet und das Los, das sie warfen, durchgeführt, also mehr oder weniger durch den Herrn, von oben, aus dem Himmel.

d) Die Sieben, später Diakone genannt, wurden auf Initiative der Zwölf gewählt, Apg 6. Und selbst wenn es in diesem Fall klar ist, dass es die „Jünger“ waren, die die Wahl der Sieben durchgeführt haben, so „stellten diese sie (doch) den Aposteln vor, welche über sie beteten und ihnen die Hände auflegten“ (Apg 6,6). Also Wahl und dann Ordination durch die Apostel.

e) Etwas später werden auch die Presbyter ausgewählt und ernannt auf Initiative von Paulus und Barnabas: „In jeder Gemeinde bestellten sie Älteste, und nachdem sie gefastet und gebetet hatten, empfahlen sie sie dem Herrn, an den sie nun gläubig geworden waren“ (Apg 14,23). „Cheirotenêsantes“ kann mit „bestellen“ übersetzt werden, aber auch mit „durch Handauflegung einsetzen“.

2. All das sind Stellen außerhalb der Paulus-Briefe, auf die sich die holländischen Dominikaner an erster Stelle berufen. Aber auch dort trifft man immer auf die göttliche Initiative, nicht auf die Gemeinde, wenn es um die Ämter geht:

a) Die Charismen kommen von Gott, nicht von der Gemeinde: „Wir haben verschiedene Gaben, je nach der uns verliehenen Gnade“ (Röm 12,6). „Es gibt verschiedene Gaben, aber nur den einen Heiligen Geist“, der sie verleiht (1 Kor 12,4). „Alles bewirkt ein und derselbe Heilige Geist, der einem jedem seine besondere Gnade zuteilt, wie er will“ (12,11).

b) Selbst das Bild des Leibes Christi, auf das die holländischen Dominikaner ihre These stützen, dass die Amtsträger „von unten“ gewählt wurden, beweist nicht das, was sie sagen: „Ihr seid der Leib Christi und jeder einzelne ist ein Glied an ihm. So hat Gott in der Kirche die einen als Apostel eingesetzt (!), die anderen als Propheten, die dritten als Lehrer, ferner verlieh er die Kraft zu leiten (kybernêseis). Nicht alle sind Apostel, oder Propheten... Strebt aber nach den höheren Gnadengaben“ (1 Kor 12,27-30). Das heißt, alle Berufungen kommen von Gott, man kann sie „erstreben“, aber man kann sie nicht „machen“, sich zum Apostel oder Propheten oder Lehrer machen, nicht „alle“ können werden, was sie wollen.

c) Der Epheserbrief sagt deutlich: „Gott gab die einen als Apostel, die andern als Propheten,  andere als Evangelisten, andere als Hirten und Lehrer (ipse dedit quosdam quidem apostolos, autòs édôken toùs mèn apostólous, toùs dè prophêtas...)“ (Eph 4,11). Wo ist da Wahl durch die Gemeinde?

3. Was die Pastoralbriefe angeht, so sind sich alle einig, dass dort das System der drei Ämter Bischof, Priester, Diakon schon ausgebildet ist, und dass die Ämter durch Handauflegung übertragen werden: 1 Tim 3,2.12; 4,14; 2 Tim 1,6: „Lass die Gnadengabe wieder aufleben, die in dir ist durch die Auflegung meiner Hände“. Die Dominikaner kommen auf diese Texte (die sie zitieren) nicht zurück, so als hätten sie gar keinen Wert.

4. Eine letzte Bemerkung: Was halten sie von dem berühmten Dokument von Lima aus dem Jahr 1982 „Taufe, Eucharistie, Amt“ (BEM), das alle christlichen Konfessionen gemeinsam erarbeitet und in dem sie gemeinsam bekannt haben, dass es ein ordiniertes Amt gibt?

a) „Das Amt solcher Personen, die seit sehr früher Zeit ordiniert wurden, ist konstitutiv für das Leben und Zeugnis der Kirche“ (Ministère 8).

b) „So wie Christus die Apostel auserwählt und ausgesandt hat, so fährt Christus durch den Heiligen Geist fort, Personen für das ordinierte Amt auszuwählen und zu berufen“ (M 11). „Deren Präsenz erinnert die Gemeinschaft an die göttliche Initiative (!) und an die Abhängigkeit der Kirche von Jesus Christus, der die Quelle ihrer Sendung ist...“ (M 12).

c) Die Autorität des ordinierten Amtsträgers ist begründet in Jesus Christus, der sie vom Vater (Mt 28,18) empfangen hat und der sie durch den Heiligen Geist im Akt der Ordination verleiht“ (M 15).

d) „Indem sie einige ihrer Glieder im Namen Christi durch die Anrufung des Heiligen Geistes und die Handauflegung zum Amt ordiniert (1 Tim 4,14; 2 Tim 1,6), sucht die Kirche die Sendung der Apostel weiterzuführen...“ (M 39).

e) „Der Akt der Ordination durch Handauflegung der dazu Ernannten ist zugleich Anrufung des Heiligen Geistes (epiklesis), sakramentales Zeichen, Anerkennung der Gaben und Verpflichtung“ (M 41). „Das Anderssein der göttlichen Initiative (!), für die das ordinierte Amt ein Zeichen ist, wird hier... anerkannt“ (M 42a).

Darf man all das vergessen, was damals ein großer ökumenischer Fortschritt war?

Ich will heute nicht auf die Einzelheiten des holländischen Dokuments eingehen. Die Beschreibung der aktuellen Situation ist natürlich absolut korrekt – und deprimierend, und die Lösung, die Repräsentanten der Gemeinde durch die Gemeinde selbst zu wählen und sie dann dem Bischof zur Weihe vorzustellen, ist die Lösung, die auch unsere  „Synode der verheirateten Priester und  ihrer Frauen“ in Ariccia 1985 vorgeschlagen hat (Punkt 4): „Jede Gemeinde hat das Recht auf die für sie notwendigen Dienste, und das Recht, geeignete Kandidaten dafür zu präsentieren. Die von Christus eingesetzte apostolische Autorität hat die Pflicht, die Kandidaten, die sie als geeignet anerkennt, durch Handauflegung einzusetzen.“ Aber der Vorschlag, dann weiterzugehen ohne Weihe, wenn der Bischof es ablehnt, sie zu weihen, scheint mir nicht akzeptabel, im Hinblick auf die gemeinsame Theologie aller Konfessionen, wie sie u.a. im Dokument von Lima zum Ausdruck kommt. –

Ich denke, damit habe ich nicht eigene private Gedanken formuliert, sondern eine gut dokumentierte Linie des christlichen Denkens.

Weitere Betrachtung

Hier noch eine Fortsetzung meiner Gedanken mit einigen Bemerkungen zu einzelnen Punkten des Textes der holländischen Dominikaner. Zuerst das Positive:

1. Wie gesagt, die Beschreibung der aktuellen Situation ist absolut richtig. Für Deutschland kann ich aber sagen, dass der Unterschied zwischen einer Messe und einem Wortgottesdienst mit Kommunionfeier jedermann und jederfrau klar ist, und man versucht (meines Wissens) nicht, den Unterschied zu kaschieren, indem man Worte gebraucht, die der Konsekration ähneln.

2. Dem, was sie über den Zölibat sagen, dass „der gegenwärtige Priestermangel schlichtweg nicht nötig und daher nicht real ist“, kann man nur zustimmen.

3. Die große Bedeutung des Wandels in der Ekklesiologie, den das II. Vatikanum herbeigeführt hat, als es die Reihenfolge der Kapitel über „das Volk Gottes“ und dann erst über „die Hierarchie“ änderte, wird mit Recht unterstrichen, und man kann wirklich bedauern, dass die Konsequenzen daraus noch nicht gezogen worden sind. Die zugrundeliegende Idee jedoch, dass die Laien dieses Volkes Gottes ihre Repräsentanten wählen können, gehört nicht notwendigerweise zu diesen Konsequenzen: So wollte im Ersten Bund Gott selbst der „König“ des Volkes sein, bis zu Samuel, von dem das Volk „einen König wie bei allen Völkern“ verlangte (1 Sam 8,5), ein Wunsch, der Gott überhaupt nicht gefiel. Im Neuen Bund ist ebenfalls klar, dass Christus der Meister und der König im Himmelreich ist, siehe die Gleichnisse vom Himmelreich Mt 22 und 25. Die Wahl der zwölf Apostel als Stammväter des neuen Gottesvolkes geschieht durch Christus selbst (Mk 3,14).

4. Im  Kapitel 4 über die Dienste in der Kirche, wo der holländische Text den Satz beweisen will, das „die Gemeinden selbst ihre Führer aus ihrer Mitte wählten und ‚beriefen’“, zitiert der Text nur Papst Leo den Großen (440-461): „Wer allen vorstehen soll, muss von allen gewählt werden“. Das ist ein sehr später Text, um die Regeln der „Urkirche“ zu beweisen. Man könnte viel eher hinweisen auf Apg 1,15-23, die „120 Gläubigen“, die wohl die Kandidaten für die Wahl des Nachfolgers des Judas aufstellten, und auf Apg 6,2-5, die „Menge der Gläubigen“, welche die Wahl der Sieben vorgenommen und approbiert haben, und auf Apg 15,22: „Es gefiel den Aposteln, den Ältesten und der ganzen Gemeinde, Männer auszuwählen“ als Abgesandte des Apostelkonzils. Demnach müsste ein „synodales Prinzip“ in der Kirche angewandt werden, wie es die Ostkirche nennt, die Zusammenarbeit zwischen Leitern der Gemeinde und den Gläubigen, aber meines Erachtens kann man nicht sagen, wie der Text der Dominikaner es tut: „die Gemeinde, aus der die Vorsteher hervorgegangen sind“ (Seite 7).

Meine weiteren Vorbehalte gegen ihren Text gehen in dieselbe Richtung.

1. Am Ende des Abschnitts „Blick in die Zukunft“ im Ersten Teil sagen sie, dass die DienerInnen, die die Gemeinde gewählt hat, „die Inkarnation, die Hand und die Stimme der Gemeinde werden“. Inkarnation bedeutet für die gesamte Christenheit ein Ereignis, das von oben kommt: Gott inkarniert sich bei uns. Die Anwendung dieses Begriffes auf eine Bewegung von unten ist demnach nicht angemessen.

2. Auf der gleichen Linie ihrer These über den Ursprung der Dienste von der Basis her zitieren sie einige Verse des 1. Korintherbriefes, um zu beweisen „dass die Gemeinde über das urteilt, was nützlich ist zum Aufbau der Gemeinde (1 Kor 12.7.10; 14,3-5.12.32)“. Wenn man diese Verse liest, so findet man dort aber nicht das, was sie beweisen sollen: das Urteil der Gemeinde über ihre Diener. „Jedem wird die Offenbarung des Geistes zuteil, damit sie anderen nützt“ (12,7). „Dem einen werden vom Geist Wunderkräfte (geschenkt), einem anderen prophetisches Reden, etc.“ (12,10). „Wer prophetisch redet, redet zu Menschen, er baut auf und ermutigt. Wer in Zungen redet, erbaut sich selbst... ich wünschte, ihr würdet alle prophetisch reden“ (14,3-5). „Da ihr nach Geistesgaben strebt,  gebt euch Mühe, dass ihr damit vor allem zum Aufbau der Gemeinde beitragt“ (14,12). „Die Äußerung prophetischer Eingebungen ist dem Willen der Propheten unterworfen“ (14,32). Es ist also das Beherrschen seiner Gabe durch den einzelnen, die in diesen Versen angemahnt wird, aber es handelt sich um die Gaben der Prophetie und der Zungenrede, nicht um die „normalen“ Dienste, über die die Gemeinde urteilen könnte. Der Beweis des Satzes der Dominikaner: „Es ist im allgemeinen die Gemeinde in ihrer Gesamtheit, die das letzte Wort hat“, scheint mir nicht gelungen.

Zum Schluss: Die Lösung des Problems des Priestermangels und der daraus folgenden Zusammenlegung von Pfarreien kann meines Erachtens nicht in der Selbst-Autorisierung der Gläubigen, die Eucharistie zu feiern, liegen, denn wir können nicht eine ganze geschichtliche und sogar dogmatische Entwicklung der Kirche vergessen, auf die der Text der Dominikaner selbst hinweist: Das vierte Laterankonzil von 1215 hat festgesetzt, dass nur die geweihten Priester gültig die Messe feiern können. Die Lösung besteht darin, die Bischöfe zu drängen, immer wieder in Rom eine Änderung des Zölibatsgesetzes zu fordern, das sich in keiner Weise auf die Heilige Schrift berufen kann. Bis jetzt haben sich die Bischöfe auf die Seite des Papstes gestellt, um mit ihm das Gesetz aufrecht zu erhalten. Sie müssen noch mehr gedrängt werden, sich endlich mit ihren Gläubigen zusammenzutun, deren Hirten sie sind. Bis jetzt fehlt es ihnen einfach an Mut. Nur die australischen Bischöfe haben sich eine Petition von 17.000 Gläubigen zu eigen gemacht, die vom Vatikan sowohl die Wiederzulassung der schon verheirateten Priester zum Dienst wie die Weihe der viri probati fordern, d.h. die Zulassung verheirateter Männer ganz allgemein. Auch der neue Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch von Freiburg, hat unmittelbar nach seiner Wahl ein Gleiches getan, indem er sagte, der Zölibat sei theologisch nicht notwendig und er ließe sich keine Denkverbote auferlegen. Im März reist er nach Rom, um mit dem deutschen Papst zu sprechen. Hoffentlich versteht Papst Benedikt die Sprache seines Mitbruders!

Heinz-Jürgen Vogels

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(1. März 2008)
Werter Magister des Dominikanerordens,

gerade  erlebe ich die ‚Neubesetzung’ meiner (österreichischen) Pfarre mit. Sie wird seit einigen Jahren nicht mehr von einem eigenen Pfarrer geleitet. Seither hat man Diakonie, Verkündigung und Glaubensvertiefung, Jugendarbeit, Liturgie und Sakramente, Mitbeteiligung und Beratungen und noch vieles andere, was den Reichtum  und die Anziehungskraft einer Gemeinde ausmacht, auf ein Minimum reduziert. Gleichzeitig war noch nie soviel - immer wechselnder - Klerus im Altarraum bei praktisch jedem Gottesdienst anwesend wie in diesen Jahren; auch die Zahl der bezahlten Pfarr-Angestellten wurde erhöht. Was fehlt, ist eine kompetente, fähige Leitung, bemüht, den Vorgaben der Bibel (inklusive der Paulusbriefe) zu entsprechen - mehr noch, der Wille dazu.

Ich spreche also  aus Erfahrung, wenn  ich einen kleinen Beitrag zur Diskussion um Gemeindeleitung und Vorsitz bei der Eucharistie in der katholischen Kirche leiste.

Gegenwärtig ist dieses Amt in der römisch-katholischen Kirche an die Bedingung des Zölibats geknüpft. Nichts gegen den Zölibat, im Gegenteil, er kann etwas sehr Wertvolles sein, und war es immer, Jesus selbst zeigt es uns;  auch ich habe es erfahren. (Das gleiche gilt übrigens für die Ehe - mehr denn je.)

Leider Gottes kann der seit dem 13. Jahrhundert  institutionalisierte Zölibat aber auch eine negative Auslese bedeuten. Er  wird - auch - aus Motiven angestrebt, die für das Leben und Wachstum von Christengemeinden Gift sind (Macht- und Sicherheitsstreben, sozialer Aufstieg und Prestige, Pädo- und Homophilie,  z.B.). Ich habe es erlebt, und ringsum erleben es unzählige Katholiken und Katholikinnen. Dabei wäre eine glaubwürdige Gemeinde unter glaubwürdiger Leitung der kostbarste Bote des Evangeliums, den es gibt.

Gemeindeleitung und Vorsitz bei der Eucharistiefeier als Mitte des Gemeindelebens bilden eine Einheit; Gebet / Liturgie und Praxis / soziales Leben gehören zusammen. Solange das priesterliche Amt im umfassenden Sinn an die Bedingung des Zölibats gebunden ist, nicht aber an das Charisma, der Vielfalt zu dienen, für die Orientierung am Evangelium und für Frieden zu sorgen, das Leben mit den Menschen am Ort zu teilen - solange verursacht die Kirche selbst das Absterben vieler, allzuvieler ihrer Gemeinden. Sie opfert sie auf dem Altar des Klerikalismus, der in vielen, allzuvielen katholischen Köpfen noch immer herumgeistert, trotz "Lumen gentium". Noch einmal - nichts gegen den Zölibat; aber er taugt nicht als Schibbolet für das Priester-Amt; die Erfahrung lehrt es.

Ich bin der Meinung (Carlo Carretto hat sie schon 1979 ausgesprochen oder vielmehr auszusprechen versucht*), dass hier eine der Hauptursachen für die anhaltende Krise der katholischen Kirche liegt. Gott würde sie sicher nicht zulassen, wenn sie nicht auch eine Chance wäre.

Ein Umdenken tut Not. Es geht nicht um den Stand des Klerus. Auch nicht um den Zölibat. Es geht um die Gemeinden. In einer Zeit des extremen Individualismus mit allen seinen Folgen, die wir kennen, und die ich hier nicht ausführe, mehr denn je. 
Wer kann Gemeinden im Geist Jesu fördern? Das muss das Kriterium sein. Das ist die wirklich maßgebende Bedingung für das Amt des "Priesters" in der Bedeutung, die das Wort bei Paulus hat.
Die Gemeinden brauchen Priester oder auch Priesterinnen, die sie auf dem Weg des Evangeliums halten. Ob zölibatär oder nicht, ob Frau oder Mann, am besten aus der Mitte der Gemeinde selbst: Es tut Not, dass solche Menschen den Segen der Kirche bekommen.

Ich bitte für unsere/meine Kirche um die Gnade des Umdenkens in der entscheidenen Frage  der Gemeindeleitung und grüße Sie herzlich und dankbar, dass die Diskussion darüber in der Kirche geführt wird - nicht zuletzt dank Ihrer niederländischen Mitbrüder.
Möge sie gute Früchte bringen!

Willibald Feinig (Lehrer und Autor, verheiratet, drei erwachsene Kinder)

* Zuwenig Priesterberufe - ein falsches Problem. Veröffentlicht  z.B. in Marz (Hrsg.), Alles für Gott?, Düsseldorf 1990, unter dem Titel 'Statt eines Nachworts'.

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(28. Februar 2008)
Sehr geehrter Herr Magister des Dominikanerordens!

Im Namens von "Wir sind Kirche" Österreich kann ich Ihnen mitteilen, dass der Bericht der Niederländischen Dominikaner ein großes und sehr positives Echo in Österreich gefunden hat. Diese Ausführungen sprechen vielen Katholikinnen und Katholiken aus der Seele.

Wem können Verunsicherung und die praktischen Not-Lösungen wundern, wenn seit mehr als 60 Jahren immer wieder die Bischöfe persönlich und in Beratungsgremien des Kirchenrechts (Priesterräte, Synoden, Foren, Delegiertenveranstaltungen etc.) von Personen, die von den Bischöfen selbst ausgesucht bzw. zugelassen wurden, immer wieder um die Aufhebung des Pflichtzölibats und die Frauenordination und andere Reformen ersucht wurden und es bisher zu keinen Lösungen gekommen ist. Ja, leider sind die Bischöfe "anonyme Verwalter und Legalisten, weit entfernt vom Glaubenssinn des Volkes Gottes". Sie verhindern bzw. unterbinden jeden systematischen und zielgerichteten Dialog um unseren Glauben ins Heute bringen zu können. Das ist Missbrauch der ihnen übertragenen Macht. Hier bleibt dem Kirchenvolk nur mehr die Not-Lösung.

Jetzt die Niederländischen Dominikaner zu kritisieren ist leicht. Wenn sie bessere Lösungen haben, dann bitte, legen sie sie vor.

Wir haben in dem Text der Niederländischen Dominikaner keine "Direktiven" und "Empfehlungen" gelesen. Er macht Mut nach angemessenen kreativen Lösungen zu suchen. Es sind Überlegungen, die jede Gemeinde kritisch anschauen und entsprechend ihrem Glauben, der Situation und ihrem Gewissen annehmen, verändern oder ablehnen kann.

Es freut uns, dass die Mitbestimmung des Volkes Gottes bei der Wahl der Bischöfe, Pfarrer und anderer Verantwortungsträger zugestanden wird. Warum wurde sie praktisch bisher noch nicht eingeführt oder dort wo sie existiert umgangen? Die Bischöfe blockieren und verhindern fruchtbare Gespräche zur dringend erforderlichen Erneuerung unserer Kirche. Wenn das Hervé Legrand OP kritisiert so ist dem entgegenzuhalten, es ist so. Wir fordern im Anschluss an das "Kirchenvolks-Begehren" des Jahres 1995 einen Dialog, den Ihr Mitbruder, Kardinal Schönborn, bisher erfolgreich unterbindet. So stimmen wir Hervé Legrand OP zu und fordern mit ihm einen "runden Tisch". Bitte lassen Sie es uns wissen, wenn Ihr Mitbruder, Kardinal Schönborn, dazu bereit ist. Bis dahin sind die Gemeinden jedoch gezwungen, praktische Lösungen zu suchen, die in ihrer Situation der Botschaft Jesu und ihrem Gewissen entsprechen.

Sollte daraus Ihrer Meinung nach in einzelnen Fällen ein Schisma entstehen, so wird dies durch die Verweigerung des Dialogs erzeugt und nicht durch die gesprächsbereiten Frauen und Männer in den Gemeinden, deren Gewissens-Schreie Sie anerkennen.

Einzelne Hinweise von Hervé Legrand OP mögen zutreffen. Lösungen bringen sie jedoch keine. Bloße Gesprächsverweigerung mit anschließender Besserwisserei oder versteckten Drohungen helfen nicht.

Mit freundlichen Grüßen
Hans Peter Hurka, Vorsitzender der Plattform ´Wir sind Kirche´, Wien. 

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(4. Februar 2008)
Kommentar eines friedfertigen homosexuellen Mannes zur Broschüre ‚Kirche und Amt. Der Weg....’
Sehr geehrter Magister,
Sie schrieben in Ihrer Antwort auf die Broschüre ihrer niederländischen Mitbrüder:
"Die Autoren des Reports achten darauf, in Englisch zu kommunizieren, haben also auch Zugang zu den angelsächsischen Medien. Sie wissen also Bescheid über die wirklichen Auswirkungen der Ordination eines homosexuellen Bischofs in der Episkopalen Kirche der USA: auf nationaler Ebene   die Schaffung neuer schismatischer und konkurrierender Bistümer; auf Weltebene ein Bruch in der Anglikanischen Gemeinschaft. Wie könnte die anglikanische Kirche von Nigeria, die größte der Welt, dies in einem Land akzeptieren, in dem der Islam mit seiner großen Majorität zutiefst fundamentalistisch ist? Die weltweite Gemeinschaft ist ein sehr wichtiges christliches Anliegen: Lässt sie sich erreichen, wenn die Amtsträger der Gemeinschaft zur Ursache des Schismas werden? Mehr noch, hat ein solcher Kampf gegen die Homophobie, der unlösbar mit dem kulturellen Imperialismus des Westens verbunden gilt, diese Homophobie nicht in zahlreichen Regionen der Welt wieder verstärkt? Und können schließlich diejenigen, die sich in ihrem Schisma isolieren, noch auf die weitere Anglikanische Gemeinschaft Einfluss nehmen? Kann dieses Resultat den “Militanten³ zur Freude gereichen? Kommt es ihren Absichten zugute?"
Was wollen Sie zum Kampf gegen die Homophobie beitragen? Oder sehen Sie keine Notwendigkeit, sich an diesem Kampf zu beteiligen? Ich hoffe, dass Sie nicht der Meinung sind, dass die Homophobie unlösbar mit dem kulturellen Imperialismus des Westens verbunden sei, Homophobie und Homosexualität demnach allein ein Problem des sogenannten Westens seien.
Bisher erlebe ich die Kirche nicht als Bekämpfer der Homophobie, sondern als einen ihrer größten Förderer.
Wenn meine Gemeinde nun einen Vorsteher wählen wollte, so würde ich mich als offen schwuler Mann zur Wahl stellen. Zum besseren Verständnis möchte ich an dieser Stelle erwähnen, dass ich nicht offen schwul bin, weil ich meine Homosexualität ungehemmt ausleben möchte, sondern aus Solidaritätsgründen. Ich zeige mein Gesicht, um der irrationalen Angst vor Homosexuellen weltweit entgegenzuwirken. Ich würde mich zur Wahl stellen, weil ich mich sowohl durch meine persönlichen, als auch durch meine fachlichen Kompetenzen berufen fühlte. Zudem weiß ich mich von meinem himmlischen Vater gesandt, sein Werk auf Erden zu vollenden. Hätte die Gemeinde mich nun gewählt, so hätte der Bischof sicher meine Ordination abgelehnt. Wenn die Gemeinde mich dann trotzdem hätte einsetzen wollen, so hätte ich abgelehnt mit den Worten: "Die weltweite Gemeinschaft der Christen muss auch uns als Ortsgemeinde ein sehr sehr wichtiges Anliegen sein! Wenn wir an unserem Platz nicht die Einheit aller Christen anstreben, so sind wir nicht auf dem richtigen Weg! Wir wollen kein Schisma! Petrus sind die Schlüssel gegeben und das gilt es, selbst unter Schmerzen zu akzeptieren. Ich trete deshalb zurück. Wir brauchen noch Zeit zum Dialog, bis es gelingt, den Blinden an der Macht die Augen zu öffnen."
Sie erwähnen in dem Zitat oben Nigeria als Land, in dem der Islam mit seiner großen Majorität zutiefst fundamentalistisch ist, und stellen die berechtigte Frage, wie dieses Land mit der größten Anglikanischen Kirche der Welt, einen schwulen Bischof in den Reihen der anglikanischen Kirche akzeptieren können soll.
Ich bitte Sie zu bedenken, dass der Islam und das Christentum gleiche Wurzeln hat. Im Entdecken unserer gleichen Wurzeln liegt eine riesige Chance zu einem gelungenen Dialog. Diese gemeinsamen Wurzeln haben aber nicht nur Licht sondern auch Schatten. Schatten und Licht; alles ist Gnade, fürchtet Euch nicht! So bergen auch die gemeinsamen Schatten Chancen zum friedlicheren Miteinander. Dazu muss man die Schatten aber erst einmal ehrlich im Angesicht Gottes, der alle Wahrheit kennt, wahrnehmen. Zu den Schattenseiten beider Religionen gehört das Patriarchat.
Alice Schwarzer berichtete einmal von islamischen klugen und modernen Frauen aus dem Iran. Sie hatten damals für mehr Religiosität in ihrem Land gekämpft. In der Religion sahen sie Zukunft für ihr Land. Als der Schah, auch in Folge ihres Engagements, das Land verlassen musste und der Ajatollah Ruhollah Chomeini an die Macht kam, freuten sie sich zunächst. Dann aber bemerkten sie, dass ihre Schleier immer dicker wurden, die Frauenrechte zunehmend zurückgedrängt wurden. Auch Schwule mussten diese Frauen wieder als böse betrachten. Vorher hatten sie nichts gegen uns.
Die Frauen- und die Schwulenfrage gehören unmittelbar zusammen!
Der russisch-orthodoxe Patriarch Alexi II. hat im Oktober 2007 vor dem Europäischen Parlament in Straßburg die „Zerstörung moralischer Normen“ in Europa beklagt und die Verbote von Schwulen-Demonstrationen in Russland verteidigt. Sie seien „Propaganda für eine Sünde“, erklärte das Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche vor der Parlamentarischen Versammlung des Europarats. Homosexualität sei „eine Krankheit“, die die Persönlichkeit verändere. Am Freitagmorgen, den 07.09.07, hörte ein Freund (von der HuK) im Deutschland Radio "Kultur" einen Bericht über die Vollversammlung in Sibiu, die noch bis Sonntag (09.09.07) in Rumänien stattfand. Dort hat der für die  Auslandsarbeit zuständige russische Bischof Kyrill gesagt, dass das größte Hindernis in der Ökumene aus seiner Sicht die Frauenordination und die Haltung zur Homosexualität sei.
Ich bin sehr engagiert für die Einheit der Christen. Es ist mein größtes Herzensanliegen, viel größer als die Rechte von uns Schwulen. Aber eine Einheit auf Kosten von Frauen und Schwulen kann nicht im Sinne Gottes sein. Das ist unmöglich!!
Die Homophobie zurückzudrängen ist nicht nur ein freundliches Entgegenkommen gegenüber einer kleinen Minderheit, Homophobie ist Ecksteinthema auf dem Weg zur Einheit.
Am 15. September 2007 schrieb ich folgenden kleinen Text. Mit diesem Text möchte ich meinen Kommentar beenden:

Störung
"Der da stört hat eine Störung!"
Schreien die Vielen und zeigen selbstgerecht auf den Einen.
Nein, Er stört Euch, weil Er ein Symptom trägt, was an Euch, den Vielen, stört.

Ihr schreit: "Lass Dir den Balken von uns aus dem Auge entfernen!"
Ich aber sage: "Mein Auge ist rein, es ist Euer Balken, der sich in meinem Auge spiegelt!"
Ob ich an der tradierten Männerrolle leid, weil ich homosexuell bin, oder ob ich homosexuell bin,
weil ich an ihr leide, ist mir herzlich egal.
"Es ist, wie es ist!" sagt und fordert die Liebe; und das kann ich auch fordern, eben weil ich liebe!

Im Patriarchat sammeln sich alle um den heterosexuellen Familienvater. Viele sind bemüht, es wieder aufzurichten.
Die Opfer stehen schon fest, es sind und waren immer die Gleichen: die Frauenrechte werden zurückgeschraubt und der schwule MANN muss in die  Wüste!
Schluss damit, heute schenke ich Euch meinen Frieden!

Johannes Brinkmann / Essener
http://www.johannesbrinkmann.de - Bitte ebenfalls zu beachten, da sehr konstruktiv: http://www.migrationsfamilien.de/

* * * * *

(31. Januar 2008)
Brief von Dr. Hermann Häring an P. Prof. Dr. Hervé Legrand, o.p.: sehe Text 


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